Eisarsch 2019 in Trysil, Norwegen

Prolog
Da ich meiner unzuverlässigen BMW nicht so recht traue und rundum wirklich genug Arbeit auf mich wartet, wollte ich eigentlich nicht für den Eisarsch nennen. Bei einbrechendem Winter hab ich dann doch Blut geleckt und die Wanderbaustelle startklar gemacht. Als dann jemand aus persönlichen Gründen ausgefallen ist, bin ich nachgerückt. Leider ist mir die BMW aufm Tauertreffen mit Kupplungsschaden verreckt. Irgendwie hab ich es gerochen, dass ich der Dreckskarre nicht trauen kann. Lotte hat mir gnadenhalber ihre Emme zur Verfügung gestellt, die ich 14 Tage vor Abfahrt bei ihr abgeholt habe um sie für den Eisarsch vorzubereiten.

Vorbereitung MZ
Die durch gesessene Sitzbank bracht etwas Fleisch um mir die Knochen zu schonen.

Um einen gescheiten Winter Lammelenreifen fahren zu können hab ich hinten auf ne 16“er TS Felge umgestellt. Dazu musste ich den Antrieb der TS montieren, denn mit passenden Distanzen passt da auch die ETZ Felge rein.

Der Mitas MC-32 WinScoot in 120/80-16 erhält einen Reifenhalter so das ich auf 0,7 Bar runter gehen kann. Ausserdem wird er mit Bestgripp 1100 gepimpt.

Ein TS Seitengepäckträger lässt sich leicht auf die ETZ ändern und macht sich prima als Radträger.

Noch einen neuen Reifen vorne, ein paar Kleinigkeiten, dann dick Korrosionsschutz drauf und die Emme ist startklar.

Freitag

Die Kundschaft will noch betüttelt werden und so komme ich wieder mal erst aufn letzten Drücker vom Hof. Auf der Autobahn geht es rüber zu Lotte wo ich zu etwas spät zum Essen komme. Später geht’s wieder auf der Autobahn rauf zum Kirchheimer Dreieck wo ich zeitgleich mit Matthieu und Schraubi am Treffpunkt aufschlage. Die Emme findet ein Plätzchen auf ihrem recht grossen Anhänger und dank Fahrerwechsel folgt eine problemlose Nachtfahrt nach Kiel. Um 5:00 schlagen wir am Treffpunkt Gasthof Auerhahn vor den Toren Kiels auf. Noch mal 2 Std ruhen, die Mopeten abladen, die Kollegen begrüßen und Frühstücken gehen.

Vom Auerhahn geht’s rein nach Kiel zum Polo, noch etwas Kleinmaterial bunkern. Dort treffen wir auch Max, mit dem ich mich beim benachbarten Chinesen verabredet habe. Das Buffet dort ist halt um Welten besser (und um Lichtjahre billiger) als die Burger Bar auf der Fähre.

Danach geht’s rüber zum Hafen wo Igel schon vor Ungeduld trampelt wo wir denn bleiben dabei hat es noch 2 Std bis zum Ablegen der Fähre. Einchecken, Schlange stehen und irgendwann aufn Dampfer rücken. Moped verzurren, die warmen Klamotten bleiben aufm Moped und mit leichtem Gepäck geht’s Richtung Kabine. Wer vorbeugend die Tafel am Parkdeck Ausgang fotografiert findet am nächsten Tag auch seine Karre wieder, denn dieser Kahn ist der reinste Irrgarten.

Nach dem Bezug der Kabine geht’s noch mal rauf an die frische Luft und als Labö achtern aus geht rücken wir in die Burgerbar durch, denn die drohende Unterhopfung muss bekämpft werden. Wichtig: das Streichelhandii auf Flugmodus stellen, denn wenn sich das übers bordeigene Sat Netz einlockt biste schlagartig arm.

Nachdem das Überleben gesichert ist geht es zum Duschen in die Kabine, ne Mütze schlaf nachholen und dann runter in die Eselsbar. Da trudelt dann einer nach dem anderen ein und diverse Pläne werden geschmiedet.

Irgendwann tippt mir jemand auf die Schulter und hinter mir steht Anna. Wir kennen uns seit Jahren vom Rallye Fahren. Sie ist mit ihrem Sohn unterwegs nach Norwegen zum Ski Fahren. Die Welt ist doch ein Dorf 😛

Sonntag

Die Überfahrt war ruhig und das Geschnarsche von Max und Igel halt sich in Grenzen.
Bei Frühstück gibt es lange Diskussionen wegen .gpx Dateien.
Dank guter Planung welcher Aufzug und welcher Deckseingang finden wir auch die Mopeds auf Anhieb. Unter den Rädern der Gespanne finden sich Unterlegkeile die uns die Decksmanschaft da drunter gepackt hat, was nicht jeder gleich bemerkt uns zu drolligen Anfahrversuchen führt.

Am Hafenausgang gibt es das obligatorische Gruppenfoto. Das Tunnelsystem von Oslo lehrt mich das man sich nicht alleine auf das Navi verlassen soll, denn das funktioniert hier unten nun mal nicht. Mitten im Tunnel wird die Emme schlagartig laut und hat keine Leistung mehr. Rollend schaffe ich es noch bis zu einem Ausgang wo sich ein loser Vergaser findet. Wer war da nur das letzte mal dran ? 😀

Weiter geht die Strecke bis unser Druide wegen Fehlzündungen am Russen abwinkt. Ich gebe im neue Kerzenstecker, derweil die ollen Blechdinger noch nie was getaugt haben. Bei dem Kerzenbild hätte ich Angst vor einer Sparbüchse aber das lässt ihn kalt.

Beim Tanken gibt’s nen Pölsker und der Max wird hippelich weil wir nicht durchziehen, ist mir jetzt schon klar das der sich bald absetzt, egal jeder wie er will. Mehrfach wird der Russe mit WD 40 bejaucht aber die Aussetzer kommen immer wieder. Besserung bringt an das Umverlegen des LuFi Ansagstutzen, ich denke mal der LuFi wurde einfach nass. Bei der letzten Russenbeschraubnug läuft Günters Truppe auf uns auf und wir fahren den Rest zusammen. 30km vor Trysil geht’s links weg, um auf einer 60km Extraschleife endlich von den salznassen Strassen weg zu kommen. Mit etwas Gefühl in der Gashand geht’s auch ohne Spikes auf fester Schneedecke. Bei den meisten klappt das recht gut, aber ausgerechnet ein neuerer Russe kommt nicht in die Pötte und wir müssen andauernd auf ihn warten, naja ein jeder fängt mal an.

Bei so einem Halt geht die Emme aus und verlangt nach einer Anschiebung, was erst nach Umstellen auf Reserve gelingt, diese hinterhältige lila Zicke. Kurz vom Biwak kommt auf den Fahrspuren das blanke Eis raus und man sollte sehen, dass man Schnee unter den Rädern hat, um noch etwas Kontrolle zu behalten. Auf`m Campingplatz gibt es nach Zielbier und Begrüßungstänzchen mit dem Murmansk Vorkommando, die mal eben die Abkürzung entlang des weißen Meers via Nordkapp genommen haben.

Cooler Trip, hoffentlich hab ich irgendwann auch mal die Zeit für so was.

Georg hatte die Hütten organisiert, im großen Haus finden 16 Leute ihren Platz, der Rest verteilt sich auf ne Hand voll 4 Betten Hütten. Es folgt die wiederholte Umverteilung der Betten und ich lande bei Matthieu Schraubi und Werner in der Butze. Später heißt es Sammeln im großen Haus, Georg versucht sich erfolglos mit ner Ansprache, Christa beschenkt uns mit Kaffeebechern und der Abend geht in den gemütlichen Teil über.

Zur Geisterstunde geht’s Richtung Koje, aber die Rechnung hab ich ohne Schraubi gemacht. Der Schnarcht nicht nur, der brüllt regelrecht. Da schnappe ich mir doch lieber mein Bettzeug und ziehe auf das Sofa um.

Montag

Über Nacht hat es locker 10 cm Schnee zugelegt und die Sonne scheint granatenhaft, so lobe ich mir das.

Mathieu und Schraubi wollen heute mit Rudi Christa und Georg nach Roeos, um Christas gestrandet MZ500 mit einen neuen Zahnriemen wiederzubeleben und sind deshalb zeitig auf den Beinen. Werner und ich machen einen auf den Ruhige und als die frühen Vögel weg sind machen wir Klarschiff auf der Bude. Mal die Füsse hoch legen und ein Stündchen gar nichts tun. Dann geht’s raus zum fröhlichen Spike schrauben. Fröhlich ? Naja, so mach einer geht halt zum Lachen in Keller 😉

Die Emme bekommt hinten das vorbereitete 16“ Rad und vorne Dübel ich 160 Spikes rein, was halt seine Zeit braucht. Moderne Accus sind nach einer Nacht in der Kälte ratzeputz leer und so muss ich mir einen Schrauber ausleihen. Dass nächste mal kommt wieder der bewährte Schrauber mit Bordnetzkabel mit.

Während dessen kommt Schraubi zurück.
Das Tempo der MZ Rettungstruppe ist ihm zu hoch. Gut wenn man sich nicht durch Gruppenzwang überfordert. Um die Mittagszeit geht’s mit Max Igel Schraubi Marga und Schorpi los. Hundert Meter vor der Tanke geht meine lila Leihzicke aus und ich rolle mit trockenen Tank an die Zapfsäule. Nun weiß ich, daß 17,2 L Sprit plus 340ccm Öl in den ETZ 250 Tank passen bis er schlappervoll ist. So bestückt geht es auf ne lockere Runde durchs regionale Hinterland, wo wunderschöne Schneepisten zum Schneestauben einladen. Schnell zeigt sich wer angast oder wer bummelt und so warten wir an jedem Abzweig auf die gemütliche Abteilung. Macht ja nichts, denn dann haben wir habe reichlich Zeit zum Faxen machen. Das man den Bogen dabei auch überspannen kann merkt Max bei einer Schleuderwende, bei der der Arsch nicht rumkommen will und sich die K auf die Seite legt.
Merke: auch Gespanne brauchen Sturzbügel 😀

Auf schnellen Abschnitten macht sich vermeintliche Vergaser Vereisung bemerkbar, denn die lila Zicke mag nimmer ausdrehen. Irgendwann machen wir an einer Kirche halt um uns da Ganze anzusehen, doch der lila Zicke gefällt es hier offensichtlich so gut, dass sie nimmer weg will. Weder auf Kicken noch auf Anschieben redet sie mit mir. Die Ersatz Zündkerze in den Stecker bringt keine Funken, Seitendeckel runter und den blauen Draht des Killschalter abziehen auch nicht. Sitzbank runter und die Zündspule raus, bringt keine Auffälligkeiten. Die Vape Ersatzzündspule herbei, neues Zündkabel und Stecker dran und schon redet die Kiste wieder mit mir. Das ganze Gewürm sauber einbauen, Moped komplettieren und nach kaum eine Stunde rollt die lila Zicke wieder aus eigener Kraft.

Siehe da, die Emme findet auch wieder den oberen Drehzahlbereich, also doch keine Vergaservereisung. Zurück im Biwak gibt es erst mal ein Zielbier. Heute bin ich mit Essen kochen dran, es gibt Mautaschen ala Eisarsch. Doch das 10er Päckchen ist für 3 Mann zu viel, so wird der Martin direkt mit abgefüttert wird.

Irgendwann kommt die Christa Rettungstrupppe zurück und Matthieu sowie Rudi bekommen auch noch ihre Portion ab.
Nach Küche Klarschiff geht’s noch mal rauf in die grosse Hütte zu kleinen Umtrunk.

Den Günter hat es heute gebeutelt, erst hat seine R1100 das böse Wort HallGeber gerufen und als der gewechselt war hat der E-Starter Besuch von der Zahnfee bekommen, ein altes Valeo Leiden. Jens hatte einen Ersatzstarter für die R100 dabei, bei der das Spulengehäuse baugleich ist. Wie sich nach dem Umbau heraus stellt sind die Magnete genau anders herum gepolt eingeklebt. Dadurch drehte der Starter die Gegenrichtung. Mit nicht ganz stubenreinen Methoden hab ich die Bürstenanschlüsse umgepolt. Das Gefrickel funktionierte die ganze restliche Tour prächtig.

Auch andere Teams hatten heute zu bauen. Georg zB hat gerade die Serie mit seinen Radlagern. Ich denke mal das die Distanzrohre seiner Radnaben zu kurz sind und so die Lager verspannen. Ein anderer Grund für gespaltene Lagerkugeln will mir nicht einfallen.

Dienstag

Max Igel Matthieu Herribert Schraubi Werner :rofl: und ich fahren Schleife rüber nach Schweden.

Heute hat es ein Granatenwetter mit reichlich Sonne und einem angenehmen 15° Frost.

Ich könnte mir sonst wo hin beißen, dass ich meine Video Kamera zu Hause vergessen habe. Das würde heute seeehre geile Video`s geben. So bleibt es bei dieser gestellten Vorbeifahrt.

Wir schaue mal Fulufjllets Nationalpark vorbei, aber das Besucherzentrum ist zu und so müssen wir Pausen Kaffee und Süppchen selbst kochen.

Heribert legt ne steile Lernkurve hin. War er die ersten Tage noch sehr zurückhaltend unterwegs lernt er mit dem Einspritzer Russe so langsam das fliegen. Jedenfalls werden die Wartepausen an den Kreuzungen immer kürzer, oder werden wir etwa langsamer 😉

Mittwoch

Der heutige Morgen bringt knapp -10°C, dass dürfte etwas mehr sein. Es ist trübe, aber wenigstens hat es etwas Neuschnee gegeben.

Um 10:00 ist Abfahrt mit Jens Igel, Max Mathieu und Schraubi. Es geht ein Seitental rauf, dass an einer Mautschranke zur Privatstraße wird.

Auf gut 800m Hohe mündet die Piste in einer Siedlung von Wochenendhäusern.
Danach verliert sie sich unmarkiert und ungeräumt in den Wolken und die Piste wird zum Whiteout.

Am Wendepunkt tauschen Schraubi und Matthieu die Mopeds weil Schraubi massives Problem mit dem Fahrwerk reklamiert. Es geht Retoure das Ganze nach Trysil und das nächste Tal rauf. Irgendwo im Nirgendwo wird mal wieder zur Kaffee und Suppen Pause aufgerufen.

Als Passenfüller wird Sturz Spur und Drehstab an Matthieu 250er Emme korrigiert und erprobt.

Das Schraubi Karre mit einem Lämmerschwanzfahrwerk zu kämpfen hat entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als fehlte die Zwinge vom Drehstab, da wird heut Abend nach ner Lösung gesucht. Unsere Ungeduld Max dauert das alles zu lange und er fährt alleine noch eine Schleife.

Igel und Schraubi fahren nach Trysil um im Baumarkt Material für ein Stabi Provisorium zu beschaffen, wo sie aber nicht fündig werden. Matthieu und ich gehen noch mal auf die Strecke von heut morgen, vielleicht finden wir die Zwinge ja. In besserem Schritttempo fahren wir bis zur Schranke, aber es findet sich erwartungsgemäß nichts. Also toben wir den Berg wieder runter.

Auf einem Vollgasstück bleibt Matthieu das Gas auf Anschlag stecken, was er mit dem Zündschlüssel bändigen kann. Der erste Verdacht: der Zug ist eingefroren! Beim Zug ausbauen finden sich Drahtfranzen am Gasgriff. Also kommt ein neuer Zug rein, doch der Schieber geht nicht runter. Nach mehrfachem Gaser aufmachen findet sich ein fehlenden Stift der Schieber Verdrehsicherung. Den muss der Motor gefressen haben, was man ihm aber nicht anmerkt. Da ist mit Bordmittel nichts zu machen, also wird er die letzten 15 km eingeschleppt.

Während dessen hat Igel hat nichts brauchbares für Schraubis Stabi gefunden, doch Baumarkt Rudi hat für solche Fälle ein gut sortiertes Warenlager im Keller und zaubert mal eben Seilklemmen M12 Gewindemuffen und Mutter zum Vorschein
Das ist bei ihm scheinbar Material für den alltäglichen Bedarf … 😆
Daraus war ein durchaus taugliches Ersatzteil zusammenzustecken.

Zum Abendessen mache ich überbackene Tortellini für unsere Hütte.
Heute Abend ist Gipfelfest. Da gibt’s unten am See nen kl. Umtrunk im Lavu (einer zeltförmigen Bretterhütte) bzw. draussen an der Grillstelle Glühwein Einheiten und Bratwurst. Vor der Geisterstunde geht’s ins Bett.

Donnerstag

Matthieu geht mit Christa Ski fahren, da hat er schon die ganze Woche von geredet und den Spass wollte ich ihm nicht verderben.

Deshalb baue ich für seinen Vergaser einen neuen Führungsstift aus einer M3er Schraube

Anschließend helfe ich Schraubi beim Montieren der StabiZwinge. Was mich etwas stutzig macht sind ist der intakte Lack an den Bolzenenden. Fehlt die Zwinge etwa schon länger? 😀

Nicht jeder ist ständig unterwegs und man kann immer mit ein paar Leuten tratschen.
Später wird was zu Essen gemacht, 20 Minuten geruht, bevor es zu einer 130 km Schleife mit Schraubi und Werner losgeht. Werner möchte mit seinem Trippi 2 vor fahren, was erwartungsgemäß in die Hose geht, denn ich kennen keinen der sein Trippi beherscht, wirklich gar keinen. So leg ich die Spur und wir kommen flott voran, naja ich flott, der Rest beständig. Aber was soll`s, so ist der Deal und jeder soll seinen Spaß haben. Die lila Emme saugt sich dabei 13 l auf 100 rein, Kraft kommt halt von Kraftstoff.
Zurück im Biwak ladet mich Max mich zum Essen ein. Es gibt leckeres Hühnerklein mit Kartoffeln und Spinat.

Schorpi ist unter die Action Künstler gegangen

Igel hat ein Ersatzlagerfeuer aus Paraffin dabei, was sich gut mach. Die Idee wird kopiert. 🙂

Die drohende Unterglühung sollte man auch tunlichst vermeiden.

Freitag

Wie üblich ist um 8:00 wecken und nach dem Frühstück geht’s um 10:00 los.
Heute mit ner recht großen 10er Gruppe, Igel legt die Spur und es locker flockig auf eine schöne 140km Schleife um einen See.
Der eine Abschnitt kurz vorm See würde eine geniale gezeitete Sonderprüfung geben.

Kaffee Pause vor einem Markt

Die einzig wirklichen Geräte unter den vielen Falschtaktern…

Gut gelaunte Eisärsche

Olaf

so sieht ein lächelnder Max aus, er kann halt nur im Keller lachen 😉

Igel

Martin

Matthieu

Wir haben sogar Rentiere und Elche gesehen, naja fast oder so ….

Aufm Heimweg wird getankt, Mitbringesel und Wegzehrung eingekauft, denn es geht dem Ende zu. Am späten Nachmittag sind wir im Biwak um die Mopeds zurück zu bauen, also die Spikes raus zu drüllern und bzw. die Räder zu tauschen. Beim 18″er Rad einbauen findet sich ein kaputtes Radlager, da werden gleich beide getauscht.

Igel macht aus ner Hand voll Kerzen einen neuen Lagerfeuertopf und bringt gleich noch ein Blutopfer – Messer Schere Licht sind für kleine Igel nicht …

Beim bildschönen Sonnenuntergang bekomme ich den Moralischen weil ich nicht zurück in meine Alltags Tretmühle will.

Ich darf mal wieder Essen kochen, nach dem Duschen etwas ruhen und dann raus an dem Lagerfeuertopf, den Gedanken nachhängen.

Samstag

Um kurz vor 6:00 bin ich auch ohne Wecker wach. Als erstes mal frischen Kaffee aufsetzen und die Männners aus dem Bett treten. Das Thermometer sagt angenehm erfrische des Wetter an..

Ein schnelles Frühstück und die restliche Gelump verpacken.
Derweil probt die Viertakt Fraktion den Ausnahmezustand um ihr Gerümpel an das Laufen zu bekomme, während ich mich schon auf das Kickstartwunder namens MZ Zweitakter freue. Als es soweit ist müssen Matthieu und ich beide feststellen, dass sich die Kicker treten wie zäher Honig sprich, die Kupplungen rutschen durch. Merke: bei -23 redet die Emme nimmer mit dir und verlangt nach dem Schiebeseil. Bühne frei für Baumarkt Rudi, der mit seiner Halex Mobek 1150er heute Morgen 5 Mopeten anschleppen darf.
So um 8:00 lauft das Geraffel und unser 7er Grüppchen roll auf gut geräumten Fernstraßen Richtung Oslo. Auf halbem Weg wird mit Spirt und Pölsker die Fahrbereitschaft aufrecht erhalten während leichter Schneefall einsetzt und bis Oslo anhält.

Im Hafen sammelt dich die Eisarsch Horde in erstaunlich kurzer Zeit am Gate, wo Johannes in bewährter Form fürs Leibliche sorgt. Einzig Georg’s Truppe macht es spannend und trifft erst zum Boarding ein „just in Time“ …..

Bald darauf heißt es in das 16 stöckige Hochhaus einrücken, das warme Winterklamottenzeugs abwerfen und die Mopeden fixieren. Nach dem Bude beziehen wird gleich in die Burger Bar durch gerückt, wo sich die Hammelhorde zum Heldengeschichten erzählen und Spannung abbauen trifft. Danach geht’s zum Duschen und ne Runde Ruhen in die Butze. Später findet sich die Bande im Theorieraum, wo sich Eberhard ungefragt hinzu gesellt. Der ungeladene Gast ist ein Sturmtief, der sogar diesen riesigen Kahn zum Schwanken bringt. Nun ja, solange er die Gläser aufm Tisch läst soll es mir recht sein. Zum Abendessen gibt‘ es eine schlechten Pizza und der Abend klingt beim Tagebuch schreiben an der Theke der Bugbar aus.

Sonntag

Max und Igel sind gute Zimmergenossen und so geht’s ausgeruht an das im Voraus gebuchte Frühstücksbüfett, wo wir uns die Zeit bis zum Einlaufen breitschlagen.
Im Hafen gibt’s nach dem obligatorischen Foto das grosse Abschiedstänzchen und die Eisärsche verstreuen sich in alle Winde.

Wir rücken zum Auerhahn Parkplatz durch, verladen unsere Emmen und rollen auf die Dosenbahn. Bis Hamburg hat es schönes Wetter, bis hinter Hannover regnet es mächtig und ab Göttingen macht sich Sturmtief Eberhard unangenehm bemerkbar, denn so ein hoher 3,5T Bus mit Dachbox macht bei diesen Sturmböen alles ausser gerade aus fahren. Nun ja, da hilft nur langsam machen und so kommen wir sicher am Ladepunkt in Kirchheim an. Bei McDoof nen Happen essen und so trennen sich die Wege. Eigentlich wollte ich Autobahn fahren, aber bei dem Gegenwind ist das schlichtweg unmöglich denn es bremst mich bis in den 3. Gang runter. Also heißt es die nächste Möglichkeit abfahren und Überland bis zu Lotte durchschlagen, wo ich gerade passend zur Pizza eintrudele. Zwei Bier dazu und ich bin reif fürs Bett, denn 500km Schlangenlinien fahren mach einen fertig.

Montag

Nach dem Frühstück gibt’s DR-BIG Bremsen zu beschrauben. Ein vorderes MZ Radlager schwächelt und so fliegt das Pärchen auch raus. Der reisende Elektriker ist ebenfalls gefragt. Gegen Mittag mache ich mich auf die Socken und fahre übern den immer noch schneereichen Taunus und das Wispertal nach Hause.

Die Tour endet traditionell in der örtlichen Waschbox wo es viel zu tun gibt.

Vor der Haustür fehlt der Schalthebel, er findet sich 120m zurück im Rinnstein. Scheit so, als würde die lila Zicke nach Zuwendung rufen.

Resümee

Eine Emme kann alles, was man zum Spass haben in Norwegen braucht.
Die rutschende Kupplung unter -20°C wird mit anderem Getriebeöl zu bändigen sein.
Der vordere 3.00-18 Heidenau ist überfordert. Ich würde ihn das nächste mal einen 110/70-16er WinScoot mit einer Trommelbremsen TS Felge einsetzen. Als 120/80-16 hat er sich hinten wacker geschlagen und die gekürzte Übersetzung war die Umbau Arbeit sicherlich wert. Die starre Verschraubung des Bremssattels an dem Schwingenarm von Franky`s Eigenbauschwinge ist für den Arsch. Da muss eine andere Lösung her, denn bei zügiger Kurvenfahrt beim Bremsen ständig ins Leere zu greifen ist einfach Scheisse.

Die Karmik Gummistiefel sind gut für salznasse Strassen, aber bei trockenem Frost die schlechtere Wahl, denn sie leiden unter Schwitzwasser Stau. Nach zwei Stunden fahrt wird’s erst klamm und dann kalt da drinnen. Für die trocken kalten Abschnitte werde ich das nächste mal ein Paar Filz/Leder Stiefel mitnehmen. Eine Sohlenheizung könnte das ebenfalls verbessern.

Werner hat Lundhags Stiefel eingesetzt und hatte keine Probleme.
Ausführung in dreilagig . Guido hatte Baffin Control Max Men’s und keine kalten Füße.

Wenn es deutlich unter -20° geht wird eine Heizweste die Kühlhaus Thermowäsche ergänzen müssen. Eine Heizmatte unterm Asch ist auch ein Gedanken wert.

Der Helm braucht eine feste Helmkrause mit einem Magnetverschluss, der vorne für den Klapphelm zu öffnen ist.
Der abgedichtet SOL Helm ist endlich zugfrei, das Klebeband aufm Visier als Sonnenblende hat sich bewährt, denn die innere Sonnenblende ist ständig beschlagen und deshalb nutzlos.

Olaf hat sich in Norwegen einen anderen Helm gekauft und ist damit wesentlich zufriedener als mit dem SOL. Wenn mal ein neuer ansteht wird das die engere Wahl: Can-Am EX-2 Enduro Helmet

Das Eisarsch Team war mal wieder sehr stark gewürfelt, die neuen Gesichter eine Bereicherung und die wenigen Nieten kann man verschmerzen. Die große Hammelhorde zersplittert sowieso nach Fahrkönnen und Nasenfaktor in kleine Grüppchen und das ist gut so.

Tausend Dank an Lotte, weil sie mir mit ihrer Emme nach dem wiederholten Versagen meiner BMW Wanderbaustelle den Urlaub gerettet hat. Wie ich mit der Gurke weiter verfahre weiß ich noch nicht so recht.

Kurzum: Nach dem Eisarsch ist vor dem Eisarsch

Aynchel aus Meddersheim

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